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Wie kann ich mein Eigenkapital erhöhen?

Immer mehr Kreditsuchende, die in naher Zukunft eine Immobilienfinanzierung in Anspruch nehmen möchten, sind darüber informiert, dass es ohne Eigenkapital schwer wird. Die Banken vergeben teilweise keine Immobilienkredite mehr, wenn nicht eine bestimmte Eigenkapitalquote vorhanden ist. Auf der anderen Seite existieren zwar noch Kreditinstitute, die eine Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital durchführen. Dann ist es jedoch meistens so, dass relativ hohe – zumindest für die aktuelle Niedrigzinsphase – Kreditzinsen zu zahlen sind. Aus dem Grund besteht eine durchaus berechtigte Frage darin, wie man Eigenkapital erhöhen kann?

Definition: Was zählt zum Eigenkapital?

Wenn Sie keine Baufinanzierung ohne Eigenkapital durchführen möchten oder aus bestimmten Gründen Ihr Eigenkapital erhöhen wollen, sollten Sie zunächst einmal wissen, was eigentlich aus Sicht der Bank alles zum Eigenkapital gehören kann. Insbesondere die folgenden Elemente sind es, die im Zuge einer Baufinanzierung zum Eigenkapital zählen:

  • Kontoguthaben, beispielsweise auf Spar- oder Festgeldkonten
  • Wertpapierbestände
  • Liquidierbare Forderungen, beispielsweise Rückkaufswert Lebensversicherung
  • Edelmetalle
  • Sachwerte, z.B. Immobilien
  • Eigenleistungen am Bau
  • Bausparguthaben
  • Riester-Zulagen

Insbesondere diese möglichen Formen des Eigenkapitals gibt es, die sich in eine Baufinanzierung einbinden lassen. Falls Sie Riester-Sparen nutzen, existiert zudem die Option, auch die Zulagen als Eigenkapital mit einfließen zu lassen. Das Bausparguthaben, welches aus einem bereits vorhandenen Bausparvertrag resultiert, gehört ebenfalls zum Eigenkapital. Selbst Immobilien können mitunter als Eigenkapital gewertet werden. Allerdings besteht ein Problem meistens darin, dass diese nicht schnell genug zu veräußern sind bzw. die weitaus meisten Kreditsuchenden natürlich noch keine Immobilien besitzen, wenn eine Immobilienfinanzierung angegangen wird.

Wie kann ich Eigenkapital erhöhen?

Wer finanziert ohne Eigenkapital

Bild: pixabay.de

Damit es nicht zu einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital kommt oder damit nicht das Risiko eingegangen wird, dass die Bank den Kreditantrag ablehnt, ist es durchaus sinnvoll, das Eigenkapital zu erhöhen. Allerdings sind keineswegs sämtliche Maßnahmen, die zur Erhöhung des Eigenkapitals führen können, gleichzeitig sinnvoll und empfehlenswert. Nehmen wir zum Beispiel an, Sie hätten verschiedene Wertpapiere im Depot, die bisher noch nicht als Eigenkapital angedacht waren, die Sie aber durchaus in Erwägung ziehen. Auf der einen Seite würden Sie vermutlich Ihre Bonität erhöhen und auch die monatliche Darlehensrate vermindern, wenn Sie diese Wertpapiere verkaufen und demzufolge als Eigenkapital in die Finanzierung einbinden.

Dabei kann es sich allerdings auch um den falschen Weg handeln, beispielsweise dann, wenn Sie die Wertpapiere nur mit Verlust verkaufen könnten. Dies kann zum Beispiel insbesondere bei Aktien der Fall sein, die oftmals Kursschwankungen unterlegen sind. In einem solchen Fall müssen Sie sich überlegen, ob es sich tatsächlich rechnet, durch die Erhöhung des Eigenkapitals Zinsvorteile zu haben. Dafür müssten Sie jedoch Aktien mit Verlust verkaufen, bei denen Sie vielleicht in den kommenden Monaten oder Jahren noch einen Gewinn erzielt hätten, wenn Sie diese weiterhin im Depot gehalten hätten.

Wie sinnvoll ist die Kündigung einer Lebensversicherung?

Ein ebenfalls beliebtes Mittel, um das für die Baufinanzierung benötigte Eigenkapital zu erhöhen, ist die Kündigung einer Kapitallebensversicherung. Selbstverständlich kann der anschließend ausgezahlte Rückkaufswert ebenfalls als Eigenkapital mit in die Immobilienfinanzierung fließen. Allerdings stellt sich auch hier die Frage, ob dies tatsächlich empfehlenswert ist. Die Kündigung einer Lebensversicherung ist nämlich fast immer mit finanziellen Verlusten, zumindest auf der Ertragsseite, verbunden. Eine mögliche Alternative ist daher sicherlich der Verkauf der Lebensversicherung, denn in diesem Fall erhalten Sie ebenfalls den Rückkaufswert plus einem Aufschlag, der sich meistens zwischen 10 und 20 Prozent bewegt. Falls Sie die Lebensversicherung zukünftig ohnehin nicht weiter besparen wollen, zeichnet sich dieser Weg sicherlich aus, zumal sich die Renditen bei Kapitallebensversicherungen aktuell ohnehin nur in einem eher niedrigen Bereich bewegen.

Selbst Kreditaufnahme kann sich lohnen!

Kurioserweise kann sich in der aktuellen Niedrigzinsphase sogar die Aufnahme eines Kredites lohnen, um den gutgeschriebenen Geldbetrag dann im Rahmen einer Immobilienfinanzierung einzusetzen. Wenn Sie beispielsweise bei einer Bank einen Ratenkredit in Höhe von 50.000 Euro zu einem Zinssatz von 2,9 Prozent aufnehmen, und anschließend diesen Betrag als Eigenkapital in die Immobilienfinanzierung bei einer anderen Bank einbinden, kann dies letztendlich zu einem Zinsvorteil führen, der sogar die zusätzlich zu zahlenden Zinsen von 2,9 Prozent kompensieren kann.

Dies hängt damit zusammen, dass der Immobilienkredit in aller Regel über eine deutlich höhere Summe als 50.000 Euro laufen wird, sodass sich bereits kleinere Zinsdifferenzen über die vielen Jahre hinweg deutlich auf die Gesamtbelastung auswirken. Allerdings ist dringend zu empfehlen, zunächst sehr genau zu kalkulieren, ob sich die zusätzliche Aufnahme eines Ratenkredites tatsächlich lohnt. Falls Sie damit eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital erreichen, kann dies tatsächlich der Fall sein.