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Was eignet sich als Eigenkapital?

Eine Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital ist sicherlich keine gute Variante, denn solche Finanzierungen sind weniger stabil als mit Eigenkapital. Zudem müssen Kreditnehmer einen deutlich höheren Zinssatz zahlen, als wenn beispielsweise eine Eigenkapitalquote von 20 oder 25 Prozent in die Finanzierung integriert wird. Daher stellen sich viele Kreditsuchende in dem Zusammenhang die Frage, was eigentlich als Eigenkapital gilt und welche Guthaben oder Vermögen dazu dienen können, den Immobilienkredit ohne Eigenkapital zu verhindern.

Bargeld und Bankguthaben als liquide Mittel

Wenn es darum geht, Eigenkapital (weitere Infos auch hier bei Interhyp) in die Baufinanzierung einzubinden, dann fallen den meisten Verbrauchern sicherlich zunächst Bargeldbestände und Bankguthaben ein. Tatsächlich handelt es sich dabei um die liquideste Alternative. Sowohl Bargeld als auch Guthaben auf bestimmten Bankkonten stehen sofort oder zumindest nach kurzer Zeit zur Verfügung. Insbesondere auf den folgenden Konten unterhalten die Bundesbürger viele Milliarden Euro an Guthaben:

  • Girokonto
  • Tagesgeldkonto
  • Festgeldkonto
  • Sparkonto

Bis auf das Festgeldkonto sind die Gelder nicht gebunden, denn sowohl auf dem Girokonto sowie dem Tagesgeldkonto als auch auf dem Sparkonto kann das Guthaben jederzeit abgerufen werden. Bei Sparkonten muss zwar eine Kündigungsfrist beachtet werden, aber unter Zahlung von Vorschusszinsen können Kunden ihr Guthaben dennoch auch dort jederzeit abrufen. Etwas anders stellt sich die Situation bei Festgeldkonten dar, denn dort ist die Bank tatsächlich nicht verpflichtet, das Guthaben vor Ablauf der Festlegungsdauer auszuzahlen. Meist geschieht dies allerdings aus Kulanz, allerdings werden dann Vorschusszinsen berechnet. Grundsätzlich sind Guthaben auf Girokonten und Anlagekonten jedoch bestens geeignet, um als Eigenkapital in die Immobilienfinanzierung einfließen zu können.

Wertpapierguthaben als weiteres Eigenkapital

Bild: pixabay.de

Neben Kontoguthaben sind es insbesondere Wertpapierguthaben, die ebenfalls häufig als Eigenkapital in die Immobilienfinanzierung fließen. Allerdings ist an dieser Stelle etwas Vorsicht geboten. Wertpapierbestände sind zwar durch Verkauf der Wertpapiere jederzeit verfügbar, aber dennoch sollte der Verkauf der Wertpapiere gut überlegt sein. Das „Problem“ bei einem Verkauf der Wertpapiere könnte darin bestehen, dass die Kurse der Aktien, Rentenpapiere oder Fonds seit dem Kauf der Papiere gesunken sind, sodass Sie als Depotinhaber durch den Verkauf einen Verlust erleiden würden. Dies möchten Inhaber von Wertpapieren natürlich vermeiden.

In dieser Situation stellt sich durchaus die berechtigte Frage, ob es sinnvoller ist, die Wertpapierbestände mit Verlust aufzulösen und dadurch mehr Eigenkapital zu haben, oder ob es angebracht wäre, weniger Eigenkapital in die Finanzierung einzubinden, dafür die Wertpapiere aber nicht mit Verlust verkaufen zu müssen. Es handelt sich dabei tatsächlich um ein Rechenspiel, denn es geht vornehmlich darum, ob die mit geringerem Eigenkapital zu zahlenden Kreditzinsen letztendlich höhere Kosten verursachen, als wenn Wertpapiere mit Verlust verkauft werden. Aus diesem Grund ist es tatsächlich eine Einzelfallentscheidung, wann und in welchem Umfang es sinnvoll ist, Wertpapierbestände aufzulösen und den Verkaufserlös als Eigenkapital mit in die Baufinanzierung einfließen zu lassen. Sollten Sie so eine Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital verhindern können, ist es sicherlich empfehlenswert, zumindest ein Teil der Wertpapierbestände zu liquidieren.

Kapitallebensversicherung und Rentenversicherung als Eigenkapital einbinden

Weitere Finanzprodukte, welches ebenfalls als Eigenkapital mit in die Baufinanzierung fließen könnte, sind private Rentenversicherungen und Kapitallebensversicherungen. Beide Versicherungsvarianten haben nach einer bestimmten Einzahlungsdauer einen sogenannten Rückkaufswert, den der Inhaber nach Kündigung und Auflösen des Vertrages erhalten würde. Allerdings sind auch hier einige Aspekte zu beachten, denn der Rückkaufswert sammelt sich erst im Laufe der Jahre an. Er kann insbesondere unter der Voraussetzung, dass Sie die Kapitallebensversicherung schon in den ersten Jahren auflösen, sogar deutlich geringer als die bisherigen Einzahlungen sein. Darüber hinaus sollten Sie wissen, dass Sie eine Kapitallebensversicherung oder private Rentenversicherung nicht zwingend auflösen müssen, um an das Kapital zu gelangen. Grundsätzlich gibt es nämlich mehrere Alternativen:

  • Kündigung und Auflösung der Versicherung
  • Verkauf der Lebensversicherung
  • Beleihen der Kapitallebensversicherung

Insbesondere dann, wenn durch das Kündigen der Lebensversicherung sogar ein Verlust entsteht, weil Sie vielleicht erst wenige Jahre einzahlen, ist die Beleihung oder der Verkauf oftmals die günstigere Alternative.

Sachwerte als Eigenkapital: Immobilien, Edelmetalle und sonstige Vermögenswerte

Was eignet sich als Eigenkapital

Bild: pixabay.de

Um eine Immobilie nicht ohne Eigenkapital finanzieren zu müssen, kann es sinnvoll sein, neben der Liquidation von Bankguthaben und Wertpapierbeständen auch vorhandene Sachwerte zu veräußern. Jeder Vermögenswert, den Sie liquidieren können, kann natürlich als Eigenkapital in die Baufinanzierung einfließen. Im Bereich der Sachwerte sind dies insbesondere die folgenden Werte, die für eine Liquidation infrage kommen und als Eigenkapital dienen können:

  • Immobilien
  • Edelmetallbestände
  • Kunstgemälde
  • Sonstige Sachwerte, beispielsweise Oldtimer, Luxusuhren oder teure Spirituosen

Letztendlich gilt bei diesen Sachwerten das Gleiche wie bei Wertpapierbeständen, nämlich dass Sie vor einem geplanten Verkauf darauf achten sollten, dass möglichst keine Kapitalverluste entstehen. So können insbesondere Immobilien, aber natürlich auch Luxusuhren, Schmuck und andere Vermögen im Wert nicht nur steigen, sondern ebenso fallen. An diesem Punkt stellt sich dann wiederum die Frage, ob ein Verkauf mit Verlust besser ist, als vielleicht weniger Eigenkapital in die Finanzierung einzubringen und demzufolge einen höheren Kreditzins zu zahlen.