Skip to main content

Bauzinsen bei Teil- oder Vollfinanzierung: Zinsniveau im Blickpunkt

Im vergangenen Jahr hatten einige Experten bereits befürchtet, dass die Bauzinsen in Deutschland aufgrund der Zinswende, die in den Vereinigten Staaten eingetreten ist, ebenfalls ansteigen könnten. Bisher hat sich dies nicht bewahrheitet, denn auch Anfang 2017 bewegen sich die Hypothekenzinsen auf einem äußerst moderaten Niveau. Wie aber wird sich die Entwicklung in diesem Jahr fortsetzen und womit müssen Kreditsuchende rechnen?

Günstigste Bauzinsen weiterhin unter einem Prozent

Eines hat sich zu Beginn dieses Jahres nicht geändert: Die günstigsten Bauzinsen finden Kreditsuchende nach wie vor zu einem Zinssatz von unter einem Prozent. Berücksichtigen Sie allerdings bitte, dass solche sehr niedrigen Zinssätze nur bei Kreditnehmern veranschlagt werden, die einerseits eine äußerst gute Bonität besitzen und andererseits über ausreichend Eigenkapital verfügen. Ferner spielt eine Rolle, wie lange die vereinbarten Zinsen festgeschrieben werden. Dem folgenden Überblick können Sie entnehmen, mit welchen durchschnittlichen Zinsen Sie bei der entsprechenden Zinsbindung kalkulieren können:

  • 5 Jahre: 0,85 bis 2,00 Prozent
  • 10 Jahre: 1,20 bis 2,75 Prozent
  • 15 Jahre: 1,60 bis 3,20 Prozent
  • 20 Jahre: 2,10 bis 3,50 Prozent

Bei diesen Zinssätzen ist allerdings eine Voraussetzung zu beachten: Es darf sich nicht um eine Vollfinanzierung handeln!

Vollfinanzierung per Immobilienkredit deutlich teurer

bauzinsen immobilien 2017

Im Vergleich zu den vorherigen Zinssätzen, die fast immer eine bestimmte Eigenkapitalquote als Mindestanforderung voraussetzen, ist eine sogenannte Vollfinanzierung zum Teil deutlich teurer. Die Vollfinanzierung beinhaltet, dass der Kreditnehmer den gesamten Kaufpreis bzw. die kompletten Baukosten eine Immobilie in vollem Umfang über Fremdkapital finanzieren muss. Der Kunde hat in diesem Fall kein Eigenkapital zur Verfügung, welches er in die Finanzierung einbringen kann. Für die Bank bedeutet dies ein erhöhtes Risiko, denn die Darlehenssumme ist identisch mit dem Kaufpreis und somit meistens mit dem aktuellen Wert der Immobilie. Dieses bei der Vollfinanzierung existierende erhöhte Risiko drückt sich in der Praxis durch zum Teil deutlich höhere Zinssätze aus. Nicht selten müssen Kreditnehmer in diesem Fall statt der günstigen 0,9 oder 1,2 Prozent Zinssätze in Höhe von drei Prozent oder darüber hinaus zahlen.

Aktueller Tipp: Vollfinanzierung möglichst vermeiden

Aufgrund der relativ hohen Zinskosten, die bei einer Vollfinanzierung entstehen, sollte diese möglichst vermieden werden. Natürlich können Sie nicht „aus dem Blauen heraus Eigenkapital“ einbringen, wenn Sie nun einmal keine Guthaben oder Vermögen besitzen. Eine Möglichkeit besteht allerdings darin, die gesamte Immobilienfinanzierung in mehrere Darlehen zu gliedern. Dabei ist es wichtig, sich für unterschiedliche Kreditgeber zu entscheiden. Für den einzelnen Darlehensgeber sinkt so das eigene Risiko. Es müssen dann nämlich nicht mehr 100 Prozent des Kaufpreises finanziert werden, sondern vielleicht nur noch 30 oder 50 Prozent.

Folgende Finanzierungsarten sind bestens geeignet, um die Baufinanzierung auf mehrere Säulen zu verteilen:

Experten erwarten vorerst Stagnation bei Bauzinsen

Was die generelle Entwicklung der Bauzinsen im Jahre 2017 angeht, so gehen die meisten Experten von einer Stagnation aus. Es gibt weder Anzeichen für weiterhin deutlich sinkende Bauzinsen noch sind die Grundlagen dafür vorhanden, dass in Deutschland eine echte Zinswende eintreten könnte. Somit müssen Sie als Verbraucher, der zukünftig eine Baufinanzierung durchführen möchte, nichts überstürzen.