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Die meisten Annuitätendarlehen werden heutzutage in Verbindung mit bereits vorhandenem Eigenkapital aufgenommen. Es handelt sich demnach häufig bei den Hypothekenkrediten nicht um Darlehen, die einer Vollfinanzierung dienen. Sollten Sie allerdings ein Annuitätendarlehen ohne Eigenkapital aufnehmen wollen, gibt es einige Punkte, die zu beachten sind.

Annuitätendarlehen ohne Eigenkapital: Angebote deutlich reduziert

Annuitätendarlehen ohne Eigenkapital

Foto: pixabay.de

Ein Nachteil, den Sie relativ schnell bemerken werden, falls Sie ein Annuitätendarlehen ohne Eigenkapital aufnehmen möchten, ist das deutlich reduzierte Angebot am Markt. Immer mehr Kreditinstitute gehen nämlich dazu über, ein solches Hypothekendarlehen nur unter der Voraussetzung anzubieten, dass dieses nicht der Vollfinanzierung dient. Anders ausgedrückt: Sie müssen ein gewisses Eigenkapital mit in die Immobilienfinanzierung einbringen können, damit die Bank die Baufinanzierung überhaupt genehmigt. Können Sie bei einem Annuitätendarlehen mit Eigenkapital also beispielsweise aus über 100 Angeboten wählen, so gibt es vielleicht unter der Voraussetzung, dass Sie das Annuitätendarlehen ohne Eigenkapital aufnehmen möchten, in der gleichen Rubrik nur noch 20 bis 30 Angeboten.

Deutlich höhere Zinsen beim Annuitätendarlehen ohne Eigenkapital

Ein zweiter negativer Aspekt besteht beim Annuitätendarlehen ohne Eigenkapital darin, dass Sie nahezu immer einen deutlich höheren Zinssatz zahlen müssen, als wenn das aufgenommene Hypothekendarlehen nicht der Vollfinanzierung dient. Desto höher die Eigenkapitalquote ist, umso günstiger ist der Kreditzins, den Ihnen die Bank vorschlagen wird. Besitzen Sie beispielsweise neben dem Annuitätendarlehen Eigenkapital in Höhe von 20 oder 25 Prozent auf Basis des gesamten Finanzierungsbedarfs, so wird Ihnen das Annuitätendarlehen derzeit häufig schon zu Zinssätzen von unter 1,5 Prozent angeboten. Möchten Sie die Finanzierung hingegen durch ein Annuitätendarlehen mit Eigenkapital beanspruchen, kann es passieren, dass Sie einen Zinssatz von drei, vier oder noch mehr Prozent zahlen müssen. Im schlimmsten Fall führt dieser relativ hohe Zinssatz sogar dafür dazu, dass die gesamte Finanzierung nicht mehr tragbar ist und Sie – zumindest zunächst einmal – auf den Kauf oder Bau Ihres Traumhauses verzichten müssen.

Annuitätendarlehen ohne Eigenkapital: Finanzierung möglichst breit streuen

Wenn Sie schon ein Annuitätendarlehen ohne Eigenkapital aufnehmen müssen, weil Sie es bis dato schlichtweg noch nicht geschafft haben, eigenes Kapital einzusparen, sollten Sie die Immobilienfinanzierung möglichst breit streuen. Damit ist gemeint, dass Sie neben dem Annuitätendarlehen Ihrer Hausbank noch andere Darlehensraten in die Finanzierung einbinden. Dazu können zum Beispiel zählen:

Der Hintergrund dieser möglichst breiten Streuung besteht darin, dass Sie damit Ihre Chancen erhöhen, dass das Annuitätendarlehen auch ohne Eigenkapital genehmigt wird. Umso geringer das finanzielle Risiko der einzelnen Bank nämlich ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Kredit genehmigt wird. Während das Annuitätendarlehen bei vorhandenem Eigenkapital oftmals zwischen 70 und 100 Prozent des gesamten Fremdfinanzierungsbedarfs ausmacht, ist es bei einer Aufteilung der Finanzierung auf mehrere Darlehen empfehlenswert, dass Sie diesen Satz zum Beispiel auf bis zu 50 Prozent herunterfahren. So kann beispielsweise die zusätzliche Aufnahme eines KfW-Kredites, eines endfälligen Darlehens bei einer anderen Bank oder auch ein etwas höherer Ratenkredit bei einem anderen Kreditgeber dazu führen, dass Ihre Hausbank das Annuitätendarlehen trotz fehlenden Eigenkapitals genehmigt.